Klinische Hypnose nach Milton H. Erickson

Klinische Hypnose„Die Ressourcen die Du brauchst, findest Du in Deiner eigenen Geschichte.“ (Milton H. Erickson)

Im Moment absolviere ich die Ausbildung in „Klinischer Hypnose nach Milton H. Erickson“ beim Hypno-Synstitut Wien. Die 2jährige Weiterbildung nach den Richtlinien der Internationalen Milton Erickson Foundation ist ausschließlich Psychologen, Psychotherapeuten und Ärzten zugänglich.

Hypnose ist ein sehr altes und zugleich modernes Heilverfahren. Hypnotische Rituale lassen sich bis weit in die Frühgeschichte der Menschheit zurückverfolgen. Sie verbindet Körper und Seele wie keine andere Therapieform.

Begründer der modernen Hypnotherapie ist der amerikanische Arzt und Psychologe Milton H. Erickson. Er war überzeugt, dass niemand etwas Neues lernen, sondern vielmehr nur den Zugang zu seinen Fähigkeiten wieder finden müsse. Dabei machte er sich unbewusste Prozesse –  oft in leichten bis tiefen Trancezuständen – zu Nutze.

Hypnose ermöglicht sowohl eine hochfokussierte Aufmerksamkeit (vergleichbar mit einem Teleobjektiv, bei dem nur ein kleiner Ausschnitt sehr deutlich und optisch klar ist), als auch einen Bewusstseinszustand, bei dem viele Dinge gleichzeitig wahrnehmbar sind (vergleichbar mit einem Weitwinkelobjektiv). In diesem Zustand wird unser Erleben intensiver und unser Denken flexibler (=Trance).

Dabei sind unsere Gedanken, Gefühle und körperlichen Reaktionen besser zugänglich und veränderbar. Wir können innere Bilder entwickeln, die über das gesprochene Wort nicht zugänglich sind und erhalten besseren Zugang zu unseren Gefühlen und unserem inneren Wissen. Denn für eine wirkungsvolle Psychotherapie ist kognitives Verstehen ohne emotionales Erleben oft zu wenig.

Ist Hypnose gefährlich?

Sie können in Trance weder manipuliert noch „willenlos“ gemacht werden. Es geschieht keinesfalls etwas, das Sie nicht selbst möchten oder das nicht in Ihrem Interesse ist. Ziel und Sinn der Trance ist einzig und allein der bessere Zugang zu Ihrem Unbewussten, um Ihnen zu helfen, Ihre eigenen Möglichkeiten besser zu nutzen.

Was ist der Unterschied zwischen Hypnotherapie und Bühnenhypnose?

Bei der Bühnenhypnose werden Menschen von einem machtorientierten und affektheischenden Hypnotiseur entwürdigt.

Bei der klinischen Hypnotherapie geht es darum, aus dem Unbewussten des Klienten Selbstheilungskräfte zu mobilisieren, die ihn befähigen, aus sein Leben wieder mehr Einfluss nehmen, Schmerzen besser bewältigen und/oder seelische Schwierigkeiten lösen zu können.

Bühnenhypnotiseure haben keinerlei therapeutische Ausbildung und können Probleme im Voraus weder erkennen (es gibt beispielsweise Beschwerden, bei denen eine Hypnose nicht durchgeführt werden darf) noch damit umgehen. Zu bedenken ist, dass sich auch hinter „harmlosen“ Problemen wie Übergewicht, Nikotinabusus oder dem sog. Burn-Out oft schwerere Störungen verbergen, die einer fachlich kompetenten Einschätzung und Behandlung bedürfen.

Achten Sie darauf, welche Ausbildung ein Hypnotiseur hat und fragen Sie ihn danach. Bei einer qualifizierten Ausbildung wird er Ihnen gerne Auskunft geben. In Österreich sind die Ausbildungsinstitute u. a. bei der „M.E.G. Österreich“ und bei der „Milton Erickson Gesellschaft Austria“ zusammengeschlossen.

Was ist nach einer Hypnose zu beachten?

Nehmen Sie sich nach der Sitzung ca. 15 Minuten Zeit, um wieder vollkommen wach zu werden, da nach einer Hypnose oft mit einer gewissen Müdigkeit zu rechnen ist. Fahren Sie erst nach diesen 15 Minuten selbst mit dem Auto, da Ihr Reaktionsvermögen im Straßenverkehr eingeschränkt sein könnte.

Meiden Sie nach Möglichkeit in den ersten 72 Stunden nach einer Hypnose Gespräche über die Hypnose-Sitzung oder Ihr Behandlungsthema. Bitte beschäftigen Sie sich auch nicht anderweitig mit den Themeninhalten (z. B. durch Recherche im Internet, Fachliteratur etc.).  Die Arbeit Ihres Unbewussten könnte dadurch nachteilig beeinflusst werden.

Sollten nach einer Hypnose emotionale Reaktionen oder Symptome auftreten, die Sie nicht einordnen können, wenden Sie sich bitte gleich an mich.

 

Infos zur klinischen Hypnose:
  • Sie wirkt primär entspannend, entängstigend und tief erholsam.
  • Atmung und Herzschlag werden verlangsamt.
  • Muskeltonus und der Blutdruck sinken.
  • Es werden weniger Stresshormone ausgeschüttet und damit indirekt das Immunsystem gestärkt.
  • Sie ist ein aktiver, wacher, geistig aufmerksamer Zustand.
  • Während der Hypnose wird Zeit anders wahrgenommen. Das bewirkt eine Distanzierung zum Alltagsleben und eine Konzentration auf das momentane Erleben in der Trance.
  • Durch das Einbeziehen aller Sinnesorgane wird der emotionale Gehalt der Psychotherapie intensiviert.
  • Die spezifische Rollenverteilung in der Hypnotherapie fördert das Vertrauen des Klienten, sein Bewusstsein in übersehene oder vergessene Bereiche zu lenken.
  • Jemandem zeitweilig die Kontrolle zu überlassen, der sie verantwortungsvoll übernimmt, erleichtert es dem Klienten mehr noch als im normalen Therapiegespräch, eine kindlich kreative Lernhaltung einzunehmen. Er ist empfänglicher für Suggestionen des Therapeuten und für Einfälle und Erinnerungen aus seinem eigenen Langzeitgedächtnis und ist dabei auch seinen Gefühlen näher, wodurch die therapeutische Erfahrung vertieft wird. Die Empfänglichkeit für Bilder und Metaphern ist erhöht.
  • Die veränderte Arbeitsweise des Gehirns unter Hypnose lässt sich neurophysiologisch nachweisen.
  • Im Zustand hypnotischer Trance werden Lern- und Erinnerungsprozesse außerhalb der bewussten Wahrnehmung angesprochen und die bildliche Verarbeitung gefördert. Die imaginierten Bilder gewinnen innere Realität.