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Depression & Burnout

DepressionDepressionen und Burnout verursachen starken Leidensdruck für Betroffene und Angehörige. Es handelt sich um ernstzunehmende Erkrankungen, die aber sehr gut behandelt werden können.

Leider scheuen sich Betroffene oft davor, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Gedrückte Stimmung, Verlust von Freude und Interesse und Verminderung des Antriebs sind die Hauptkennzeichen einer Depression.

Eine Reihe weiterer Symptome in unterschiedlich starker Ausprägung ist möglich.

Die Psychotherapie unterstützt Sie darin, Ursachen und Auslöser, Denk- und Verhaltensmuster der Depression aufzuspüren und zu überwinden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche individuelle Hilfestellungen, die Ihre Genesung fördern und Sie die Depression überwinden lassen.

BurnoutDas Burnout-Syndrom bezeichnet einen massiven geistigen, seelischen und körperlichen Erschöpfungszustand. Dieser entsteht als schleichender Prozess meist über Jahre hinweg. Anforderungen und Belastungen, denen Personen ausgesetzt sind, spielen bei der Entstehung ebenso eine Rolle wie bestimmte, „gefährdende“ Persönlichkeitsmerkmale.

Zu Beginn wird der Zustand meist unterschätzt: Warnsignale werden nicht erst genommen, eigene Bedürfnisse übergangen, entstehende Probleme verleugnet.

Folglich werden die Verhaltensmuster nicht geändert, was im schlimmsten Fall zum völligen Zusammenbruch führen kann.

Zu Beginn des Burnouts bringt eine therapeutische Begleitung bereits nach kurzer Zeit gute Erfolge. Ist die Symptomatik fortgeschritten, benötigen Betroffene neben einer Psychotherapie meist eine (vorübergehende) medikamentöse Unterstützung.


Psychotherapie

Als Existenzanalytikerin verstehe ich den Menschen als Person (= handlungs- und gestaltungsfähiges Wesen). Der Mensch steht stets mit sich selbst und seiner Umwelt in Dialog. Er ist einer Situation niemals gänzlich ausgeliefert.

Das heißt: Der Mensch kann immer entscheiden und Stellung beziehen. Darin besteht die Freiheit des Menschen.

Antoine de Saint-Exupéry hat das so ähnlich formuliert:

„Um klar zu sehen reicht oft ein Wechsel der Blickrichtung“ 

Psychotherapie

Wie „funktioniert“ Psychotherapie?

Die Hoffnung, dass Psychotherapie belastende oder störende Gefühle wie Angst oder Ärger „einfach entfernen“ könne, muss ich leider enttäuschen. Eine direkte Veränderung von Gefühlen ist niemals möglich – auch nicht durch Hypnose.

Ein Blick darauf, wie Psychotherapie „funktioniert“, macht das deutlich: Sie beschäftigt sich damit, wie wir in bestimmten Situationen „funktionieren“ – also mit unserem „Strukturniveau“. Das Strukturniveau bestimmt, wie verletzlich wir sind. Das ist so wie mit unserem Körper. Verfügen wir über eine gute Konstitution, dann sind wir belastbar und widerstandsfähig (= psychisch wäre das ein hohes Strukturniveau). Sind wir hingegen empfindlicher und verletzlicher, dann ist unser Strukturniveau niedriger. U. a. ist dann unsere Fähigkeit zur Verarbeitung von Konflikten herabgesetzt, wir können unsere Gefühle nicht regulieren, werden von ihnen sogar überflutet, geraten aus unserem psychischen Gleichgewicht,…

Ziele strukturbezogener Psychotherapie können bspw. sein: eigene Gefühle wahrnehmen, regulieren, in Worte fassen und ausdrücken, die Gefühle anderer wahrnehmen, Unterstützung und Hilfe annehmen, Umsetzen eigener Wünsche, Erlebnis- und Handlungsräume erweitern durch Fantasie, realitätsgerechter Körperbezug, Führen innerer Dialoge.

Unsere psychische Struktur wird hauptsächlich durch unsere (frühen) Erfahrungen geprägt und umfasst folgende Ebenen:

  • Selbst- und Objektwahrnehmung
  • Selbstregulierung und Regulierung unserer Beziehungen
  • Kommunikation mit uns selbst und mit anderen
  • Sicherheit der Bindung in uns selbst und zu anderen

Sind wir in allen Bereichen „mäßig bis gut integriert“ (also psychisch „gesund“), dann verfügen wir über psychische Kompetenzen, die uns auch bei Belastungen helfen, nicht aus dem inneren Gleichgewicht zu geraten bzw. uns rasch wieder zu stabilisieren. Ist unsere Integration (also unser Strukturniveau) schlechter, werden unser inneres Gleichgewicht und unser Kontakt zu anderen Menschen nachhaltig beeinträchtigt.

Gefühle sind dabei die Basis. Wir sind darauf angewiesen, unsere Erfahrungen gefühlsmäßig verstehen und gut darauf reagieren zu können. Die grundlegende Frage in der Psychotherapie ist nicht, was uns inhaltlich (auf der Ebene der Fakten) beschäftigt, sondern wie wir emotional mit unseren Bedürfnissen und Wünschen, mit uns selbst und anderen umgehen (können).

Das heißt, dass wir Gefühle:

  • deutlich erleben und unterscheiden, ertragen und regulieren können
  • anderen mitteilen und umgekehrt die Gefühle anderer verstehen und uns in andere einfühlen zu können
  • für ein Verständnis von uns selbst und der Situation nutzen können.
  • Und dass wir uns an anderen freuen zu können

Zusammengefasst bedeutet das, dass unsere Gefühle erstens eine kommunikative Funktion haben. Kommunikation mit uns selbst (Was empfinde ich? Wie stark? Welche Gründe gab es?) und Kommunikation mit anderen, indem wir unsere Gefühle deutlich erkennbar ausdrücken (können) und bestenfalls verstanden werden. Zweitens dient der Ausdruck von Gefühlen der emotionalen Entlastung (weinen, ärgerlich werden,…). Der Körper unterstützt uns hier durch Herzklopfen, Energiebereitstellung durch erhöhte Muskelspannung, Herzklopfen,… Aus evolutionärer Sicht dienen Gefühle dem Überleben und der Arterhaltung.

Bestenfalls erfolgt eine Veränderung der Situation hin zu einem erwünscht(er)en Ergebnis. Da das jedoch nicht immer möglich ist, benötigen wir auch die Fähigkeit, Gefühle aushalten und in uns regulieren zu können.

Stehen uns diese Fähigkeiten nicht zur Verfügung, werden wir von unseren Affekten überflutet, wenden Selbstverletzungen oder Suchtmittel zu ihrer Regulierung an, fühlen uns dauerhaft in unserem Selbstwert beeinträchtigt, werden depressiv, impulsiv, bekommen Zwänge oder psychosomatische Schmerzen, beuten andere aus oder klammern uns aus Hilflosigkeit an sie, brauchen zu viel Bestätigung von ihnen, brechen Beziehungen ab, gehen uns emotional wichtige Beziehungen innerlich immer wieder verloren, fällt uns Hilfe anzunehmen schwer,…

So störend oder „lästig“ unsere Gefühle auch oft sind: Sie wahrnehmen und mit ihnen umgehen zu können, ist die Grundlage unserer psychischen Gesundheit.

Was ist der Unterschied zwischen Energetiker, Kinesiologen etc. und Psychotherapeuten?

Psychotherapie ist der ärztlichen Hilfe gleichgestellt. Das Recht zur Ausübung der Psychotherapie ist sowohl im österreichischen Ärztegesetz als auch im Psychotherapeutengesetz geregelt. Psychotherapeuten sind dazu ausgebildet, alle psychischen Erkrankungen selbständig zu diagnostizieren und zu behandeln.

Sie sind zur absoluten Verschwiegenheit über alles, was ihnen ihre Klienten erzählen, verpflichtet – auch über den Tod ihrer Klienten hinaus und auch gegenüber Ehepartnern, staatlichen Dienststellen, allen Sozialeinrichtungen, dem Finanzamt,… Grundsätzlich ist die psychotherapeutische Verschwiegenheitspflicht ein Aussageverweigerungsgrund gemäß der Zivilprozessordnung. Die Verschwiegenheitspflicht der Psychotherapeuten ist somit wesentlich strenger gefasst als jene der Ärzte.

Psychotherapeuten müssen eine Berufshaftpflichtversicherung haben.

Die zweistufige Ausbildung dauert mindestens 7 Jahre und setzt sich aus einem allgemeinen Teil (dem Psychotherapeutischen Propädeutikum) und einem Fachspezifikum zusammen. Psychotherapeuten sind zu laufender Fortbildung verpflichtet.

Die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ ist gesetzlich geschützt. Alle Psychotherapeuten sind in der Psychotherapeutenliste des Gesundheitsministeriums eingetragen (Suchbegriff: PTH-Suche). Personen, die in dieser Liste nicht zu finden sind, sind keine Psychotherapeuten.

Die Krankenkassen übernehmen für Psychotherapie einen Teil oder die gesamten Kosten.

Hier finden Sie eine Patienteninformation der Donau-Universitär Krems.

Energetiker und alle anderen Personen, die sich mit Auren, kinesiologischen Muskeltests, Numerologie, Pendeln, Magie, Rückführungen, Channeling, Engelssymbolen, Lichtkreisen, energetischer Lichtphysik – und wie diese Angebote alle heißen (ich bezeichne sie der Einfachheit halber hier als Energetiker) – beschäftigen, sind zum Erkennen, Diagnostizieren und Behandeln von psychischen (und körperlichen) Erkrankungen weder ausgebildet noch berechtigt!

Bei Energetikern handelt sich um ein sogenanntes „freies Gewebe“, also ein Gewebe, für das kein Befähigungsnachweis erforderlich ist und für das es auch keinen Befähigungsnachweis gibt. Jeder, der einen entsprechenden Gewerbeschein löst, kann sich Energetiker nennen.

Energetiker sind nicht zur Verschwiegenheit verpflichtet. Das heißt, sie müssten bei einem ev. Gerichtsverfahren alles, was sie von und über ihre Klienten wissen, preisgeben. Sie sind auch gegenüber dem Finanzamt, allen staatlichen Stellen, Familienangehörigen etc. nicht zur Geheimhaltung verpflichtet.

Sie haben keine Berufshaftpflichtversicherung, da für diese Tätigkeit keine Versicherungspolizzen existieren.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht.